Gewerbliches Trading und Steuern

In Foren und sozialen Medien wurde immer häufiger darüber diskutiert, ob Trading mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen aufgrund eines hohen Volumens oder einer großen Anzahl an Transaktionen zu gewerblichen Trading führen könnte. Dies hätte zur Folge, dass der Steuerpflichtige seine Coins nicht mehr nach einem Jahr steuerfrei veräußern könnte, denn im Rahmen der gewerblichen Einkünfte existiert keine Haltefrist. Weiter müsste eine Gewerbeanmeldung vollzogen werden. Ab einen jährlichen Gewinn von 24.500 € (Freigrenze nur für Privatpersonen und Personengesellschaften) muss außerdem noch Gewerbesteuer bezahlt werden.

Rechtliche Lage: Gewerbliches Trading

Das es für Kryptowährungen noch keine Urteile oder Verwaltungsanweisungen gibt, welchen klar zu entnehmen ist, wann das Trading von Bitcoin und anderen Kryptowährungen gewerblich einzustufen ist, wird die aktuelle Rechtsprechung über den Wertpapierhandel und Fremdwährungsgeschäfte analog für digitale Wirtschaftsgüter wie Bitcoin herangezogen.

Um von gewerblichen Einkünften sprechen zu können, müsste der Rahmen der privaten Vermögensverwaltung überschritten werden. Um diese Sphäre zu verlassen, und somit Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu erzielen, müsste der Steuerpflichtige wie ein Händler auftreten. Mehrere Urteile des Bundesfinanzhofs (BFH) zeigen dabei deutlich, dass ein hohes Volumen sowie eine häufige Umschichtung nicht ausreichen, um den Trader als gewerblich einzustufen. Um dem Markt als Händler gegenüberzutreten, müsste der Steuerpflichtige dem Leitbild eines Wertpapierunternehmens entsprechen, und auf fremde Rechnung handeln oder Büroräume und Angestellte unterhalten.

Trading für Freunde und Bekannte

Da das Handeln auf fremde Rechnung durch das Kreditwesengesetz eine Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erfordert, sollte dies für die meisten Steuerpflichtigen regelmäßig nicht vorliegen. In diesem Kontext wird aber deutlich, dass der Handel mit Kryptowährungen für Freunde und Bekannte, sprich auf fremde Rechnung problematisch werden könnte.

Das gilt es beim Trading zu beachten

Zusammenfassend lassen sich folgende Merkmale definieren, die unschädlich für Einkünften gemäß § 15 Einkommenssteuergesetz sind:

Unschädliche Merkmale beim Trading mit Kryptowährungen wie Bitcoin:

  • Handel auf eigene Rechnung
  • Handelsübliche Büroausstattung
  • Vielzahl an Transaktionen
  • Hohes Umsatzvolumen
  • Fremdfinanzierter Handel

Schädliche Merkmale beim Trading mit Kryptowährungen wie Bitcoin

  • Handel auf fremde Rechnung
  • Kaufmännische Organisation
  • Gesamtbild der Verhältnisse entspricht dem eines Wertpapierunternehmens oder eines Finanzunternehmens

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