Steuerliche Spekulationen nach G20-Treffen unbegründet

Steuerliche Spekulationen nach G20-Treffen unbegründet

Nach einigen positiven Berichten über die Behandlung von Kryptowährungen und deren Risiken im Rahmen des G20-Finanzministertreffen in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires hat sich der Kryptomarkt etwas erholt. Im Kontext dieses Zusammentreffens der Finanzminister ist unter anderem auch ein englischsprachiges Dokument aufgetaucht, in welchem Kryptowährungen nicht als „cryptocurrencies“, sondern als „cryptoassets“ bezeichnet werden. Das englische Wort „assets“ kann ins Deutsche mit „Vermögensgegenstände“ übersetzt werden. Diese Tatsache führt aktuell zu einigen Spekulationen, ob Gewinne aus Kryptowährungen in Zukunft den Einkünften aus Kapitalvermögen zuzuordnen sind, welche in Deutschland pauschal mit der Abgeltungsteuer besteuert werden. Die Steuer für derartige Einkünfte i.S.d. § 20 EStG beträgt 25 % zuzüglich des Solidaritätszuschlags.

Diese Annahmen sind jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch vollkommen unbegründet. Der in Deutschland für Kursgewinne aus Kryptowährungen genutzte § 23 EStG, der die privaten Veräußerungsgeschäfte umfasst, ist grundsätzlich bei Verkäufen von privaten Wirtschaftsgütern anzuwenden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt fallen hierunter auch Kryptowährungen. [1] Die Einstufung als Vermögensgegenstand hätte hierauf keine Auswirkung, da laut aktuellem Beschluss des Bundesfinanzhofes Vermögensgegenstände und Wirtschaftsgüter inhaltlich gleichzustellen sind. [2]

Eine Subsumierung innerhalb der Kapitaleinkünfte kann sich demnach aus der Tatsache, dass Kryptowährungen von nun an als Vermögensgegenstände gelten, nicht ergeben. Es gilt also weiterhin, dass Verkäufe von Kryptowährungen innerhalb eines Jahres den privaten Veräußerungsgeschäften nach § 23 EStG zuzuordnen sind und die Gewinne dem persönlichen, progressiven Steuersatz von bis zu 45 % unterliegen.

[1] Vgl. ECKERT, K.-P., Steuerliche Betrachtung elektronischer Zahlungsmittel am Beispiel sog. Bitcoin-Geschäfte, in: DB, 2013, S. 2109 f.; BAHN, D., Erfassung von Online-Bezahldiensten und Kryptowährungen in Buchhaltung und Bilanz, in: BBK, 2017, S. 717 f.

[2] Vgl. BFH, B. v. 07.08.2000, GrS 2/99, BStBl II 2000, S. 632.

Die enthaltenen Informationen in diesem Artikel dienen allgemeinen Informationszwecken und beziehen sich nicht auf die spezielle Situation einer Einzelperson oder einer juristischen Person. Sie stellen keine betriebswirtschaftliche, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Im konkreten Einzelfall kann der vorliegende Inhalt keine individuelle Beratung durch fachkundige Personen ersetzen.

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Offizielles Update zur Besteuerung von Kryptowährungen in Deutschland

Offizielles Update zur Besteuerung von Kryptowährungen in Deutschland

+++ CryptoTax trägt aktiv zur Klärung der steuerlichen Rechtslage von Kryptowährungen bei. Das deutsche Bundesfinanzministerium bestätigte diese Woche die herrschende Meinung, alle Kryptowährungen seien unter § 23 Einkommensteuergesetz zu subsumieren. +++

Bisher stützte sich sämtliche Literatur zur Besteuerung von Blockchain-basierten Assets ausschließlich auf das Antwortschreiben des Bundesfinanzministeriums („BMF“) vom 7. August 2013 [1] an den damaligen FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler. In diesem ordnet das BMF Blockchain-basierte Assets als „eigenständige Wirtschaftsgüter“ ein, d.h. anders als konventionelle Finanzinstrumente unterliegen diese den Besteuerungsnormen für private Veräußerungsgeschäfte des § 23 Einkommensteuergesetz (EStG). Allerdings bezog sich die Anfrage ausschließlich auf Bitcoins. Mangels weiterer Rechtsquellen entstand die herrschenden Meinung das Schreiben sei analog für alle der über 1.000 Kryptowährungen einschlägig.

Die Risiken der pauschalen Subsumierung unter § 23 EStG sowie der unklaren rechtlichen Situation wurden in einer aktuellen Veröffentlichung des Frankfurt School Blockchain Centers in Kooperation mit CryptoTax aufgegriffen. Da sich derzeit die steuerliche Einordnung von Kryptowährungen sehr schwierig gestaltet und vielen Privatanlegern die entsprechenden Kenntnisse fehlen, laufen diese laut der Studie Gefahr, „durch Untätigkeit ungewollte steuerstrafrechtlich relevante Tatbestände zu verwirklichen.“ Die Schätzungen der Autoren Klaus Himmer und Philipp Sandner belaufen sich auf deutschlandweit ca. 400.000 Betroffene und 726 Millionen Euro mögliche Steuereinnahmen durch Kryptowährungen alleine im Jahr 2017.

Die Publikation stieß auch großes mediales Interesse und hatte bereits erste offizielle Klärungsversuche zur Folge. So griff Lisa Paus MdB die Thematik in einer Anfrage an das BMF auf. In der nun vorliegenden Antwort hat das BMF seine ursprüngliche Einschätzung vom 7. August 2013 nochmals bestätigt, benutzt diesmal jedoch den Terminus „Kryptowährungen“ anstatt nur von „Bitcoins“ zu sprechen. Folglich wurde die Besteuerung als „privates Wirtschaftsgüter“ im Sinne des § 23 EStG nun über den Bitcoin hinaus für alle Kryptowährungen bestätigt.[2]  Die Aussage ist zu begrüßen und sollte als erster Schritt einer umfassenden rechtlichen Aufarbeitung der Thematik verstanden werden. Allerdings bestehen weiterhin die Risiken der pauschalen Subsumierung unter § 23 EStG, die von cryptotax.io/plugin-update Geschäftsführer und Steuerexperte am Frankfurt School Blockchain Center Klaus Himmer im Rahmen der zugrundeliegenden Studie aufgezeigt wurden.

[1] BMF, Antwortschreiben an Frank Schäffler MdB vom 07.08.2013 zur schriftlichen Frage Nr. 408 für den Juli 2013, IV C 1 — S 2256/0–01.

[2] BT-Drucks. 19/370 vom 5.1.2018, S. 21f.

Bild: „Berlin_05_2009_ 054“ by Ralf Schulze is licensed under CC BY-NC 2.0

Lykke Partners with CryptoTax

Lykke Partners with CryptoTax

Lykke, a blockchain-powered trading platform, partners with CryptoTax to provide customers with country-specific tax reports.

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