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Bitcoin und andere Kryptowährungen – Warum Steuersünder erwischt werden

Bitcoin und andere Kryptowährungen – Warum Steuersünder erwischt werden

Das Thema Steuern im Zusammenhang mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen rückt immer mehr ins Bewusstsein der Investoren und ist ein kontroverses Diskussionsthema in diversen Foren und Social Media Gruppen. Diese regen Diskussionen resultieren daraus, dass viele Kryptowährungen im Jahr 2017 Kursanstiege von über 1000 % vorweisen konnten und die daraus resultierenden Gewinne nun zum Großteil versteuert, auf jeden Fall aber in der Steuererklärung richtig angegeben werden müssen. Das Erstellen des Steuerreports übernimmt dabei aber nicht etwa wie bei Zinsgewinnen oder Dividendenzahlungen das „Kreditinstitut“, bzw. in diesem Fall die Kryptobörse für den Anleger. Da Kryptowährungen in Deutschland nach Paragraph 23 Einkommensteuergesetz steuerlich wie private Wirtschaftsgüter behandelt werden, müssen Investoren selbst seine steuerliche Bemessungsgrundlage berechnen und in ihrer Steuererklärung angeben. Aufgrund unzähliger Trades, vieler Sonderfällen und einer teilweise unklaren Rechtslage im Kryptowährungsbereich gestaltet sich das oft sehr schwierig. Auch wenn eine Mehrheit der Nutzer im Netz darüber debattiert, wie sie ihre Gewinne richtig behandeln und in der Steuererklärung angeben können, gibt es auch viele Negativbeispiele:

Bitcoin und Kryptowährungen: Steuerhinterziehung

Einige Nutzer denken, sie könnten bei Trades mit Blockchain-Assets unbehelligt Steuern hinterziehen. Oft ist hier die vorherrschende Meinung, dass Kryptowährungen „anonym“ sind und somit nicht vom Finanzamt nachverfolgt werden können. Abgesehen davon, dass Steuerhinterziehung – egal ob man erwischt wird oder nicht – eine schwere Straftat ist die nach Paragraph 370 der Abgabenordnung mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren geahndet wird, ist diese Annahme auch grundlegend falsch.

DENN: Die Blockchain vergisst nie

Das Konzept einer Blockchain ist es, dass die komplette Transaktionshistorie dezentral gespeichert wird und von jedem Nutzer eingesehen werden kann. Somit können alle Trades ganz genau zurückverfolgt werden und es ist immer klar wer wie viele Assets hält. Wie die Finanzverwaltung diese Möglichkeiten in Zukunft nutzen kann beschreibt CryptoTax CEO Klaus Himmer im Gespräch mit Deutschlandfunk:

Da alles auf der Blockchain gespeichert ist, wird auch die Finanzverwaltung immer mehr technische Mittel erforschen und dann auch betreiben, die eben auch retrospektiv die Blockchain auslesen und dementsprechend Steuersünder im Nachhinein identifizieren können.

Da die meisten Dienste bei der Einzahlung mit FIAT Geld eine Verifizierung der Identität verlangen, ist diese Einzahlung einem bestimmten Individuum zuzuordnen. Auf dieser Basis kann dann dessen komplette Transaktionshistorie aufgedeckt und damit auch eine mögliche Steuerschuld nachgewiesen werden. Zwar unterliegen die gespeicherten personenbezogenen Informationen in Deutschland dem Datenschutzgesetz, sind deshalb aber lange noch nicht vor den Behörden sicher. Die Plattform Bitcoin.de beschreibt die gängige Praxis in ihrem FAQ wie folgt: „Bei Anfragen von Ermittlungsbehörden zu konkreten Straftaten sind wir gesetzlich berechtigt Daten an diese auch ohne richterlichen Beschluss herauszugeben. Wenn uns von Behörden glaubhaft gemacht wird, dass ein konkreter Verdacht auf eine Straftat vorliegt, geben wir Daten an die anfragenden Behörden auch ohne richterlichen Beschluss heraus.“ Diese Weitergabe von Daten an offizielle Instanzen wurde von Bitcoin.de auch in die Tat umgesetzt wie Motherboard in ihrem Artikel vom 1. August 2017 aufgedeckt haben.

Aber auch wer sein Geld anonym in den Markt gebracht hat, wird in Zukunft Probleme bekommen sich bedeckt zu halten. Mittlerweile gibt es selbst auf vielen Börsen die keine FIAT Schnittstelle haben die Pflicht seine Identität nachzuweisen. Die beliebte Börse Bittrex schreibt in ihrem FAQ zum Thema Verfikation (in Englisch), dass alle Accounts im Rahmen ihres „Anti-Geldwäsche- Richtlinien“ und ihres „KYC-(Know Your Costumer) Programmes“ verifiziert werden müssen. Sie geben außerdem an, dass diese Maßnahmen von den US- Aufsichtsbehörden angeordnet bzw. auferlegt wurden.

Die Schlinge um Steuersünder zieht sich also immer weiter zu. In absehbarer Zeit wird es als normaler Nutzer nahezu unmöglich sein komplett anonym zu traden und Transaktionen durchzuführen. Aber diese Entwicklung trifft nicht nur Investoren die mit Vorsatz Steuerhinterziehung begehen. Auch privaten Anleger, die aus Unwissenheit unvollständige oder falsche Angaben in ihrer Steuererklärung machen, werden dadurch steuerrechtlich belangbar. Laut einer aktuellen Veröffentlichung des Frankfurt School Blockchain Centers könnten diese Thematik ca. 400.000 Investoren alleine in Deutschland betreffen.

Deshalb ist die eingangs angesprochene Diskussion über die Besteuerung von Kryptowährungen in Deutschland auch gut und wichtig. Jedem Investor sollte klarwerden, dass der Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen steuerlich relevant und von den Finanzbehörden nachverfolgbar ist. Nur so kann gewährleistet werden, dass niemand unwissentlich Steuerhinterziehung begeht. Einige unbelehrbare Einzelpersonen werden sich jedoch auch von diesen Aussichten nicht einschüchtern lassen, sich jedoch dann auch früher oder später für ihre Handlungen verantworten müssen.

Die enthaltenen Informationen in diesen Artikel dienen allgemeinen Informationszwecken und beziehen sich nicht auf die spezielle Situation einer Einzelperson oder einer juristischen Person. Sie stellen keine betriebswirtschaftliche, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Im konkreten Einzelfall kann der vorliegende Inhalt keine individuelle Beratung durch fachkundige Personen ersetzen.

Bildquelle: www.shutterstock.com/g/alfexe

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