Privatinvestoren in Bitcoin und anderen Coins können Veräußerungsgewinne steuerfrei erzielen, insoweit die Haltefrist von einem Jahr überschritten wird. Eine steuerfreie Veräußerung von Bitcoin ist in diesem Kontext umgangssprachlich zwar korrekt, steuerrechtlich spricht man jedoch von nicht steuerbaren Gewinnen.

Alle möglichen Informationen über die Herkunft des steuerfreien Coins aufzeichnen!

Inhaltsverzeichnis

Bitcoin steuerfrei veraeußern

Entscheidet das Finanzamt über die Steuerfreiheit?

Fraglich ist, wer über die Steuerfreiheit entscheidet, d.h. ob steuerfreie Gewinne gegenüber dem Finanzamt erklärt werden müssen oder nicht. Da nach einem Zeitraum von einem Jahr nach Anschaffung des Bitcoins kein privates Veräußerungsgeschäft (PVG) vorliegt, fällt ein etwaiger Veräußerungsgewinn bzw. -verlust unter keine Einkunftsart des deutschen Steuergesetzes. Damit muss der Steuerpflichtige diese steuerfreien Gewinne grundsätzlich nicht gegenüber dem Finanzamt erklären. Weiter können in der Anlage SO der Steuererklärung nur PVG und keine steuerfreien Gewinne aus Bitcoin-Transaktionen angegeben werden. Die Steuerfreiheit von Bitcoin und anderen Kryptowährungen wird damit durch das Gesetz und nicht vom Finanzamt oder vom Steuerpflichtigen entschieden.

Aus Risikogesichtspunkten kann es jedoch durchaus sinnvoll sein auch steuerfreie Veräußerungen offenzulegen.

Bei größeren Summen kann es durchaus vorkommen, dass das Finanzamt die Herkunft und Nachweise für etwaige steuerfreie Gewinne sehen will. Genaue Dokumentationen über das Datum der Anschaffung sowie Veräußerung beweisen dann im Zweifel die Steuerfreiheit.

 

Schädliche Transaktionen in Bezug auf die Steuerfreiheit

Um Bitcoin und andere Kryptowährungen steuerfrei veräußern zu können, darf während der einjährigen Haltefrist keine Veräußerung der Coins stattfinden.

Ein Tausch von z.B. Bitcoin in Ether ist einer Veräußerung der Bitcoins gleichgestellt.

Durch die Verwendung von Verbrauchsfolgeverfahren wie FiFo kann es jedoch auch passieren, dass der Steuerpflichtige unbewusst Altbestände verkauft. Wurden Bitcoins in verschiedenen Tranchen angekauft, und hält der Steuerpflichtige diese in einem Depot, werden bei einem Verkauf immer die ältesten Bitcoins in Betracht gezogen. Um die Steuerfreiheit der älteren Bitcoins trotz Tradingaktivität anderer Bitcoins zu gewährleisten, empfiehlt es sich ein eigenes Depot für Langzeit- bzw. Tradingbestände einzurichten.

 

Steuerfreiheit von Bitcoin und anderen Kryptowährungen erst nach 10 Jahren?

In den sozialen Medien und Internetforen über Bitcoin und andere Kryptowährungen wurde darüber diskutiert, ob sich bei einer Einkünfteerzielung die Haltefrist von einem Jahr auf zehn Jahre verlängern könnte. Einkünfte können bei Bitcoin und anderen Kryptoassets durch viele verschiedene Möglichkeiten erzielt werden. Im Zusammenhang mit Bitcoin können zum Beispiel Solo-Mining, Lending und Margin-Trading Einkünfte erzielen. Andere Coins wie Dash, PIVX bieten Masternodes und Proof of Stake als Möglichkeit eines passiven Einkommens an.

Wir haben über dieses Thema in Kooperation mit BTC-Echo einen sehr detaillierten Artikel verfasst.

Zusammenfassend lässt sich anhand von zwei Argumenten darstellen, warum die Verlängerung der Haltefrist auf 10 Jahre bei Bitcoin und anderen Kryptowährungen nicht angewendet werden sollte. Einerseits wurde die Verlängerung im Jahre 2008 im Zuge der Unternehmenssteuerreform konkret für Cointainerleasingmodelle entwickelt, und sollte Steuersparmodelle vermeiden, die mit Kryptowährungen regelmäßig nicht möglich sind. Weiter existiert eine Verfügung des Bayerischen Landesamts für Steuern über die Haltefristverlängerung bei Fremdwährungen. In dieser Verfügung wird darauf eingegangen, dass Fremdwährungsbeträge weiterhin bei der Erzielung von passivem Einkommen in Form von Zinsen nach einem Jahr steuerfrei verkauft werden können. Dies zeigt zumindest, dass Abweichungen vom Wortlaut des Gesetzes möglich sind.

Insbesondere bei Rechtsunsicherheiten wie der Anwendung der Haltefristverlängerung sollten betroffene Transaktionen gegenüber dem Finanzamt offengelegt werden.

 

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